26. Mai 2010 / Martin Schweighofer

ZULI

Oder: einen Moment um über die Frage nachzudenken was wir eigentlich wollen. Die zur Gewohnheit werdende Krisenbekämpfung unterstellt ein unverrückbares Ziel: Wirtschaftswachstum gemessen am BIP.

Man muss sich fragen ob Wirtschaftswachstum an sich ein vernünftiges Ziel ist und ob es sinnvoll ist das BIP als allem übergeordnete Zielgröße herzunehmen.
Böse Zungen behaupten ja, es wäre ein suboptimales Ziel, gemessen mit einem fragwürdigen Indikator (oder macht es Sinn, dass ein Verkehrsunfall das BIP erhöht?).

Warum sich nicht von Bhutan inspirieren lassen: Gross National Happiness Index als Zielgröße, statt BIP.

Man nehme bspw. die bestehende Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung und ergänze sie um ökologische Informationen (siehe dazu bspw. “Fundamente einer umweltintegrativen Wirtschaftsberichterstattung”, Greisberger Herbert, 1994) und addiere einige soziale Indikatoren.

Das wäre dann eine integrative Betrachtung von ökonomischen Indikatoren (Wirtschaftsleistung), ökologischen Aspekten (Luft- und Wasserqualität, Energieverbrauch und die CO2 Emissionen, Bodenversiegelung, Verlust an Biodiversität (u.a.)) und sozial-kulturell-menschlichen Indikatoren (Zahl der Depressionen, Anzahl Burn-Outs, subjektives Sicherheitsempfinden, Stunden genossener Freizeit, Anzahl der Tage an denen man gern aufsteht, Anzahl der gemütlichen Abendessen mit FreundInnen, tatenlos in der Sonne oder im Biergarten verbrachte Stunden, (u.a.)).
Über Auswahl und Gewichtung der Indikatoren wäre im Detail natürlich noch zu diskutieren. Aber so ähnlich könnte sich der ZULI (Zukunfts-Lebensqualitäts-Indikator) errechnen.

Und dann versuchen wir unser Denken, unser Handeln, unsere Institutionen und unsere Politik an der Optimierung des ZULI auszurichten.

Das könnte das Blatt wenden.


1 Kommentar zu „Zukunftsdialog“

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