… braucht es zunächst einmal eine Analyse, ob und auf welche Eisberge wir zusteuern und warum.
Ja, wir treiben auf eine ganze Reihe von Eisbergen zu. Und sie alle stammen vom selben Eissschelf und treiben nun auf Kollisionskurs auf „uns“ (= Menschheit) zu. Warum brechen Sie vom Eisschelf ab? Weil „wir“ schon längst diverse Grenzen der Regenerationsfähigkeit überschritten haben. „Wir“ glauben, dass unendliches Wachstum in einer endlichen Welt möglich ist, ohne dass „die Natur“ uns zeigen wird, wer letztlich stärker ist.
Einige Beispiele für „unsere“ Nicht-Nachhaltigkeit:
Wirtschaftswachstum: Ja, im Prinzip wäre nichts dagegen einzuwenden. Aber bisher kenne ich (fast) kein Beispiel, wo Effizienzsteigerungen stärker gewirkt haben als die gleichzeitigen Wachstumskräfte. Noch in kaum einem wachsenden Sektor/Land ist der Energie- oder Rohstoff- oder Landverbrauch etc. tatsächlich absolut gesunken. Der Läufer im Dress des Wirtschaftswachstums scheint immer schneller zu sein als die Läuferin im Dress der „Effizienzsteigerung“.
Bevölkerungswachstum: Als ich geboren wurde, waren wir 3 Milliarden, heute sind wir 6,7 Milliarden Menschen. 75 Millionen kommen jedes Jahr dazu. Und alle wollen mehr! Und in Teilen der Welt gibt es hierfür nicht einmal noch ein Problembewusstsein.
Das Ergebnis: Schon heute sind wir (nach Rockström et.al.) in mindestens 3 Bereichen über die Grenzen des dem Planeten Verträglichen hinausgeschossen: 1. Biodiversitätsverlust, 2. Stickstoffzyklus, 3. Klimawandel. Bei weiterem „Wachstum\” folgen demnächst 4. Phosphorzyklus und 5. Versauerung der Ozeane.
Was müssen wir also tun, um das Blatt zu wenden?
Natürlich die Bemühungen um Effizienzsteigerungen verstärken. Und zwar drastisch! Aus weniger mehr machen!
Nein: Aus weniger das gleiche machen! Denn mehr und noch mehr zu wollen ist zwar menschlich verständlich, aber nicht „menschheitlich“ und „biospärisch“ verträglich! Insofern geht es um Wirtschafts-, Reproduktions- und Lebensmodelle, die ohne Wachstum funktionieren. Und, da so der Kuchen nicht größer wird, wird wohl – sollen die Konflikte nicht ausufern – auch Umverteilung notwendig sein. Das wären Schritte, die die Zahl der auf uns zutriftenden Eisschollen reduzieren und somit das Blatt wenden würden.




